ADHS Gefühlskalt: Was ist das genau?

ADHS Gefuehlskalt
© mapoli-photo, Adobe Stock

Menschen mit ADHS haben oft mit ihrem Verhalten, ihren Emotionen und ihrer Aufmerksamkeit zu kämpfen. Dabei können sie Schwierigkeiten haben, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, impulsiv handeln und hyperaktiv erscheinen. Oft spricht man bei ADHS auch von einer sogenannten emotionalen Kälte. In diesem Beitrag werden wir uns mit ADHS Gefühlen befassen, um ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie ADHS die Emotionen beeinflussen kann.

Emotionale Kälte bei ADHS

Emotionale Kälte bezieht sich auf die Unfähigkeit oder den Mangel an Interesse, Emotionen und Empathie für andere Menschen zu zeigen. Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle Menschen mit ADHS als emotional kalt empfunden werden, aber einige können diese Eigenschaft aufweisen. Oft ist auch genau das Gegenteil anzutreffen. Es gibt mehrere Gründe, warum Betroffene oft als gefühlskalt wahrgenommen werden können:

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  1. Emotionale Dysregulation: Sowohl als Kinder als auch Erwachsene mit ADHS neigen dazu, Schwierigkeiten mit der Regulierung ihrer Emotionen zu haben. Sie können intensivere Emotionen erleben als andere, die sie möglicherweise nicht effektiv ausdrücken oder kontrollieren können. Dies kann dazu führen, dass sie als gefühlskalt oder unempfindlich wahrgenommen werden, obwohl sie in Wirklichkeit starke Emotionen empfinden. Auf unserem Beitrag Emotionale Dysregulation kannst du mehr dazu lesen.
  2. Reizüberflutung: Aufgrund ihrer Schwierigkeiten, sich auf eine Sache zu konzentrieren, können Betroffene mit ADHS leicht von Reizen überwältigt werden. In einer sozialen Situation kann dies bedeuten, dass sie Schwierigkeiten haben, sich auf die Emotionen anderer Menschen zu konzentrieren und nicht angemessen darauf reagieren. Dies kann dazu führen, dass sie als gefühlskalt oder desinteressiert erscheinen. Im Beitrag ADHS Reizüberflutung kannst du mehr lesen.
  3. Soziale Schwierigkeiten: Menschen mit ADHS haben oft Schwierigkeiten in sozialen Situationen. Dies kann teilweise darauf zurückzuführen, dass sie Schwierigkeiten haben, soziale Signale und nonverbale Kommunikation zu erkennen. Sie können daher Schwierigkeiten haben, die Emotionen anderer Menschen zu erkennen und darauf nicht reagieren, was sie als gefühllos erscheinen lässt.

Wie man mit Gefühlen bei ADHS umgeht

Wenn man mit ADHS lebt und Schwierigkeiten hat, Emotionen zu zeigen oder Empathie für andere zu empfinden, gibt es einige Strategien, die helfen können:

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  1. Empathie üben: Empathie ist die Fähigkeit, Verständnis für die Gefühle anderer zu haben. Es kann hilfreich sein, sich jeden Tag bewusst Zeit zu nehmen, auf das eigene und das Verhalten der Menschen in der Umgebung zu achten.
  2. Kommunikation verbessern: Eine offene und ehrliche Kommunikation über die eigenen Gefühle und Schwierigkeiten kann dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden. Auch bietet das anderen ein besseres Verständnis für die Situation zu ermöglichen. Es kann auch dazu beitragen, das Vertrauen und die Beziehungen zu anderen Menschen zu stärken.
  3. Professionelle Hilfe suchen: Wenn die emotionale Kälte oder Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen erhebliche Auswirkungen auf das Leben haben, kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Form von Therapie oder Beratung in Anspruch zu nehmen. Ein erfahrener Therapeut kann dabei helfen, die zugrunde liegenden Probleme zu erkennen und Techniken zur Bewältigung dieser Probleme zu entwickeln.

Fazit:

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass jeder unterschiedlich ist und nicht alle gleich fühlen. Emotional kalt zu sein ist nicht unbedingt ein Zeichen von ADHS, aber es kann ein Thema sein, das bei einigen auftreten kann. Indem man ein besseres Verständnis für die eigenen Emotionen entwickelt und sich bemüht, offen und ehrlich über seine Gefühle zu kommunizieren, kann man den Herausforderungen der emotionalen Kälte besser begegnen.

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