ADHS-Diagnostik: So wird die Diagnose gestellt

ADHS-Diagnostik
© simoneminth, Adobe Stock

Die Diagnostik von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist ein wichtiger Schritt, um betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Unterstützung zukommen zu lassen. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Diagnose von ADHS und die verschiedenen Aspekte, die dabei eine Rolle spielen.

Die Rolle von Fachärzten bei der ADHS-Diagnostik

Die Diagnose von ADHS sollte immer von einem qualifizierten Facharzt gestellt werden. In den meisten Fällen ist dies ein Kinder- und Jugendpsychiater oder ein Arzt, der auf ADHS spezialisiert ist. Nur Experten auf dem Gebiet verfügen über das nötige Fachwissen und die Erfahrung, um eine fundierte Diagnose zu stellen. So werden Fehldiagnosen minimiert.

Voraussetzungen für die Diagnose

Um eine ADHS-Diagnose zu stellen, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Die Verhaltensauffälligkeiten sollten seit mindestens 6 Monaten bestehen und in mindestens zwei verschiedenen Lebensbereichen beobachtet worden sein, zum Beispiel: zu Hause und in der Schule. Das hilft dabei sicherzustellen, dass die Symptome nicht nur auf bestimmte Situationen beschränkt sind.

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Die Vielfalt der ADHS-Symptome

Ein herausforderndes Merkmal ist die Vielfalt der ADHS Symptome, die sich von Person zu Person unterschiedlich ausprägen können. Es gibt jedoch drei Hauptsymptome, die bei ADHS auftreten können: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Diese Symptome können einzeln oder in Kombination auftreten und beeinflussen das Verhalten und die Aufmerksamkeit der Betroffenen.

Die richtige Zeit für die Diagnose

ADHS kann ab dem 3. Lebensjahr diagnostiziert werden. Allerdings herrscht hier von uns die Meinung, dass dies noch zu früh sein könnte. Da sich der Körper und die Entwicklung in den ersten Lebensjahren stark verändern kann. Eine genaue Diagnose kann oft erst zu einem späteren Zeitpunkt gestellt werden, wenn die Symptome klarer erkennbar sind.

Der Ablauf der Diagnose

Die ADHS-Diagnostik beinhaltet verschiedene Schritte, die sorgfältig durchgeführt werden müssen. Ein ausführliches Gespräch zwischen dem Arzt, dem Kind (bzw. dem Erwachsenen) und gegebenenfalls den Eltern ist der Ausgangspunkt. In diesem Gespräch wird erörtert, wie sich die Symptome in verschiedenen Umgebungen, wie z. B. in der Schule oder zu Hause, zeigen. So kann der Arzt mithilfe der Fragen und einem sog. ICD-10 Schlüssel eine erste Diagnose stellen.

Die Entwicklungsgeschichte des Kindes oder Erwachsenen wird ebenfalls erfragt, um eventuelle frühe Anzeichen oder Veränderungen im Verhalten besser zu verstehen. Hier wird z. B. über Bildungslücken und Rechtschreibschwierigkeiten gesprochen.

Fragebögen und Beobachtung

Oftmals werden Eltern gebeten, Fragebögen auszufüllen, die das Verhalten und die Symptome ihres Kindes beschreiben. Diese Fragebögen bieten wertvolle Informationen über das Verhalten in unterschiedlichen Bereichen. Während der Diagnosephase beobachtet der Arzt das Kind oder den Erwachsenen auch direkt, um Anzeichen von Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit zu erkennen.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die ADHS-Symptome nicht immer eindeutig erkennbar sind und während der Beobachtung möglicherweise nicht in vollem Umfang präsent sind. Wenn Symptome nicht eindeutig erkennbar sind, kann eine zweite Untersuchung vereinbart werden.

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Zusätzliche Untersuchungen

Um körperliche Krankheiten oder andere Faktoren ausschließen zu können, werden oft Seh- und Hörtests durchgeführt. Zudem kann eine neurologische Untersuchung sinnvoll sein, um sicherzustellen, dass die Symptome nicht auf andere medizinische Ursachen zurückzuführen sind.

Fazit:

Die Diagnostik von ADHS erfordert eine umfassende Bewertung durch qualifizierte Fachärzte. Die vielfältigen Symptome und individuellen Unterschiede machen den Diagnoseprozess zu einer anspruchsvollen Aufgabe. Durch Gespräche, Fragebögen, Beobachtungen und gegebenenfalls zusätzliche Untersuchungen, können Ärzte eine genaue Diagnose stellen. Auch im Erwachsenenalter läuft die ADHS Diagnose ähnlich ab. Jedoch kann ADHS bei Erwachsenen im Alltag wieder anders auffallen als im Kindesalter. Darum ist es bei Auffälligkeiten zu empfehlen, dass auch Erwachsene bei Verdacht den Weg zum Experten gehen. Bei dem ersten Verdacht kann auch ein ADHS Test gemacht werden.

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