ADHS und Sucht: Informationen über Suchterkrankungen

ADHS und Sucht
© monticellllo, Adobe Stock

Im Kindes- oder Erwachsenenalter mit einer ADHS (Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung) zu leben, kann anstrengend sein. Die Symptome wie Konzentrationsprobleme, Hyperaktivität und Impulsivität können Schwierigkeiten im Alltag auslösen. In diesem Blogbeitrag bieten wir Informationen zu den verschiedenen Arten von Suchtproblemen sowie deren Symptomen an.

Was ist eine Sucht?

Eine Sucht ist ein Zustand, in dem eine Person, Substanz oder Aktivität ein überwältigendes Verlangen oder Bedürfnis auslöst. Es kann sowohl körperliche als auch psychologische Auswirkungen haben und manifestiert sich oft als obsessives Verlangen, das in einem Verlust der Kontrolle über das Verhalten resultiert.

Eine Sucht kann durch viele verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Oft entsteht sie durch z. B. wiederholten Konsum bestimmter Substanzen wie Tabak, Alkohol oder Drogen. Auch bestimmte Verhaltensmuster wie exzessives Spielen oder Einkaufen können zu einer Sucht führen. Manche Menschen neigen jedoch auch aufgrund von emotionalen Problemen oder Stress zu einer Sucht, um sich vor Problemen zu entfliehen. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Sucht ernsthafte Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit haben kann. Daher ist es ratsam, frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn man erste Anzeichen einer Sucht bemerkt.

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Wie gehört ADHS und Sucht zusammen?

Nur, weil man Betroffener von ADHS ist, muss man selber keine Sucht entwickeln. Die Verbindung zwischen ADHS und Sucht kann aber durchaus entstehen.

Einige Suchtmittel können ähnlich wie ADHS Medikamente auf das Gehirn wirken. Mit der Einnahme von Suchtmitteln können sie den Eindruck haben, dass ihre Symptome zurückgehen, und sich selbst behandeln können. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen der Einnahme von Medikamenten und dem unkontrollierten Konsum von Suchtmitteln. Medikamente werden in genau dosierten Mengen verabreicht und können mit ärztlicher Aufsicht jederzeit abgesetzt werden. Suchtmittel hingegen sind weder kontrolliert noch unter ärztlicher Aufsicht erhältlich. Besonders für junge ADHS-Betroffene ist es schwierig, sich in Gruppensituationen gegenüber dem Angebot von Suchtmitteln zu behaupten.

Wenn es in der Arbeit oder Schule nicht rund läuft, kann es passieren, dass sich Betroffene von ihrer Umwelt abkapseln und Verhaltenssüchte entwickeln können. Dabei besteht das Risiko, dass sie sich zum Beispiel übermäßig dem Spielen, Internetgebrauch oder der Arbeit widmen. In solchen Momenten kann es schwierig sein, sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Es ist wichtig, diese Verhaltensmuster im Auge zu behalten und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Was für Süchte gibt es alles?

Süchte gibt es in verschiedenen Formen und Ausprägungen. Neben den Süchten nach Substanzen wie z. B. von Alkohol und Drogen, gibt es auch Verhaltenssüchte. Diese können beim Arbeiten, Spielen, Einkaufen oder Essen auftreten und beeinflussen den Alltag negativ.

Besonders im digitalen Zeitalter sind Auffälligkeiten im Umgang mit Gebrauchsmedien wie Computer, Handy und Fernsehen sowie Netzwerken im Internet immer häufiger anzutreffen. Diese Verhaltenssüchte können ebenso schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben, wie die Abhängigkeiten von Substanzen.

Sucht nach Substanzen: Welche gibt es?

  • Koffein: Koffein ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Vor allem in Kaffee, Tee und Energy-Drinks. Unser Körper benötigt Koffein aber nicht, deshalb kann es bei übermäßigem Koffeinkonsum zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen. Dazu zählen beispielsweise Schlafstörungen und Herzrasen.
  • Alkohol: Zu den bekanntesten Süchten zählt die Alkoholabhängigkeit. Wenn man über einen längeren Zeitraum zu viel Alkohol trinkt, kann es zu Schäden in dem ganzen Körper kommen. Die Leber kann dadurch dauerhaft geschädigt werden, auch das Gehirn kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Außerdem kann Alkoholabhängigkeit ein Leben lang anhalten.
  • Nikotin: Nikotin ist eine starke Sucht, die sowohl physisch als auch psychisch abhängig machen kann. Rauchen kann zur Entstehung diverser Krankheiten führen, wie beispielsweise Lungenkrebs. Auch Passivraucher können davon betroffen sein.
  • Cannabis: Das Rauchen von Cannabis kann zwar legalisiert werden, es ist aber nach wie vor eine Droge. In Cannabis enthaltene Wirkstoffe wie THC können das Gehirn beeinflussen und in extremen Fällen psychotische Ereignisse auslösen.
  • Medikamente: Auch Medikamente können zu einer Sucht führen, vor allem, wenn sie längerfristig eingenommen werden müssen. Dabei kann es sich um starke Schmerzmittel oder auch um Beruhigungsmittel handeln. Die Frage ist hier, ob ein Missbrauch vorliegt oder eine Sucht, um den Schmerz loszuwerden oder die eigenen Ängste zu lindern.
  • Kokain: Kokain wirkt direkt auf das Belohnungszentrum in dem Gehirn. Der Rauschzustand hält nur kurz an, weshalb es oft zu einem schnellen Nachlegen kommt. Viele in der Drogenabhängigkeit verwenden es auch als Mittel, um die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern.
  • Opiate: Heroin oder auch anderweitige Opiate können aufgrund ihrer Wirkung sehr schnell zur Abhängigkeit führen. Dabei ist die Überdosisgefahr sehr hoch, da sich die Dosierung schnell erhöht.
  • Süßigkeiten: Auch hier spricht man von Sucht, vor allem Zucker kann eine negative Rolle spielen und können kritische Gesundheitsprobleme auslösen. Eine dauerhafte Ernährung mit viel Zucker kann zu Schwankungen im Blutzuckerspiegel führen, welche unangenehme Folgen haben können. Hier ist jedoch ein genaues Abgrenzen zwischen einer Vorliebe für Süßes und einer wirklichen Sucht schwer zu definieren.

Verhaltenssüchte

Arbeitssucht: Arbeitssucht ist eine der häufigsten Verhaltenssüchte, die man in unserer heutigen Gesellschaft beobachten kann. Menschen, die unter Arbeitssucht leiden, sind besessen davon, an ihrem Arbeitsplatz erfolgreich zu sein. Sie arbeiten länger als notwendig und geben ihrem Job einen Vorrang vor Beziehungen, Freunden und Familienmitgliedern. Langfristige Auswirkungen der Arbeitssucht können Erschöpfung, Burnout und Depressionen sein, da sie den gesamten Lebensstil beeinflusst.

Sport: Sport kann eine großartige Möglichkeit sein, um Stress abzubauen und ein gesundes Leben zu führen. Sport als Verhaltenssucht kommt vor, wenn jemand übermäßig und besessen mit körperlicher Aktivität wird. Wenn eine Person keine Aktivität auslassen kann, stundenlang trainiert und ihre sozialen Beziehungen vernachlässigt, ist es wahrscheinlich, dass sie Sport süchtig ist.

Glücksspiel: Das Glücksspiel ist für manche Menschen eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung, kann jedoch auch eine Sucht verursachen. Glücksspielsüchtige entwickeln oft eine Abhängigkeit von den psychologischen Auswirkungen von Gewinn und Verlust im Spielgeschehen. Langfristige Auswirkungen können starke finanzielle Schwierigkeiten sowie Beziehungsprobleme usw. sein.

Handy/Computer: Der übermäßige Gebrauch von Computern und Handys kann auch zu einer Sucht führen, die als Internetabhängigkeitssyndrom (IAS) bezeichnet wird. Menschen, die an dieser Sucht leiden, verlieren oft die Kontrolle über ihre Onlineaktivitäten, verbringen zu viele Stunden in sozialen Netzwerken und vernachlässigen wichtige Verpflichtungen sowie soziale Kontakte.

Kaufsucht: Es gibt Menschen, die unter Kaufsucht leiden, wenn sie einen unwiderstehlichen Drang haben, unnötige Dinge zu kaufen. Diese Menschen kaufen oft aus Langeweile, Stress oder mangelndem Selbstwertgefühl. Langfristige Auswirkungen können Schulden, rechtliche Probleme und Beziehungsprobleme uvm. sein.

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Vermüllung: Vermüllung ist ein Verhaltensmuster, bei dem Menschen Schwierigkeiten haben, Gegenstände wegzuwerfen. Dies führt zu Ansammlungen von Besitztümern, Unordnung und Müll der sich immer weiter stapelt. Oft wird hier von einem Messie Syndrom gesprochen. Personen, die unter Vermüllung leiden, haben oft Schwierigkeiten, ihren Zustand zu erkennen oder zu akzeptieren, und benötigen externe Hilfe.

Fazit:

ADHS und Suchtprobleme sind eine komplexe Verbindung. Es ist wichtig zu verstehen, dass ADHS-Patienten, die ein hohes Risiko für Suchtverhalten haben, Hilfe benötigen. Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, eine Sucht entwickelt hat, ist es wichtig, sofort Hilfe zu suchen. Es gibt Behandlungsoptionen für die unterschiedlichen Arten von Süchten und es ist möglich sie zu überwinden, wenn Sie sich die Unterstützung suchen, die Sie benötigen.

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