ADHS Zucker: Hat süßes Einfluss auf die Symptome?

ADHS Zucker
© Cozine, Adobe Stock

Oft hört man, dass zu viele Süßigkeiten ADHS Symptome verstärkt werden oder sogar auslöst werden können. Das ist ein verbreiteter Irrtum. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien dafür, dass Zucker Hyperaktivität verschlimmert oder sogar verursachen kann. In diesem Artikel werden wir uns tiefer mit diesem Thema beschäftigen und auf die tatsächlichen Auswirkungen des Zuckerkonsums auf die Gesundheit von Menschen mit und ohne ADHS eingehen.

Die Annahme von Zucker und ADHS

Die Idee, dass Zucker Hyperaktivität und Konzentrationsprobleme bei Kindern mit ADHS verursacht oder verschlimmert, ist eine weit verbreitete Annahme. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass diese Theorie wahr ist.

Hier finden Sie eine Übersicht an 12 Studien, die keinerlei Belege für diese These fanden. Selbst bei Süßigkeiten, die eine kurzfristige Erhöhung des Blutzuckerspiegels verursachen, wurde kein Zusammenhang zwischen der Hyperaktivität von Kindern mit ADHS und dem Konsum von Süßigkeiten festgestellt.

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Was jedoch bekannt ist, dass Müdigkeit, Antriebs- und Energielosigkeit nach der Einnahme von Zucker zunimmt. Nach der Aufnahme von Industriezucker steigt der Blutzuckerspiegel im Blut stark an und fällt nach einiger Zeit dann umso tiefer wieder in den Keller. Kinder denken hier oft, dass ADHS der Auslöser für diesen Leistungsabfall ist, jedoch war es nur der viele Zucker, von z. B. Softdrinks.

Empfohlene tägliche Zuckeraufnahme

Obwohl nach heutigem Kenntnisstand Zucker nicht die Ursache von ADHS-Symptomen ist, ist ein übermäßiger Zuckerkonsum trotzdem ungesund. Zu viel Zucker in der Ernährung kann sich somit negativ auf die allgemeine Gesundheit auswirken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass der tägliche Zuckerkonsum 10 % des täglichen Kalorienbedarfs nicht überschreiten sollte. Das sind etwa 50 Gramm Zucker, wenn eine Person 2000 kcal pro Tag zu sich nimmt. Es wird jedoch empfohlen, eher 5 % des Kalorienbedarfs zu konsumieren, was 25 Gramm entspricht.

Schon eine 100 g Tafel Vollmilch Schokolade besitzt zwischen 50 und 60 Gramm Zucker. Somit ist mit einer Schokoladentafel bereits der Tagesbedarf überschritten.

Der gesunde (Zucker) Smoothie

Wir kennen alle einen leckeren Smoothie, der vor allem sehr gesund sein soll. So gesund ist er aber nicht. Denn der Smoothie ist eine wahre Zuckerfalle! Hier übersteigt der Zuckergehalt sogar den der Softdrinks. Aber warum? Da sind doch nur gesunde Zutaten drinnen.

Das Nahrungsmittel Obst besitzt viel Fruchtzucker, der bei übermäßigem Verzehr auch ungesund ist. Die Gefahr liegt beim Mixen, denn dadurch kann viel mehr Obst in eine kleine Flasche passen. Dadurch ist auch umso mehr Fruchtzucker drinnen.

Reduzierung des Zuckerkonsums

Es kann schwierig sein, den Zuckerkonsum zu reduzieren, da Zucker in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten ist. Hier sind einige Tipps, um den Zuckerkonsum zu reduzieren und gesunde Alternativen zu zuckerhaltigen Snacks zu finden:

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  • Vermeiden Sie Softdrinks: Wahre Zuckerbomben sind verschiedene Softdrinks, wie z. B. Cola. Denn schon 100 ml besitzen ca. 9 Gramm Zucker.
  • Schau auf die Tabelle: Fast alle Lebensmittel haben unnötigen Zucker beigesetzt. Schaue daher vor dem Kaufen, ob es alternative Produkte ohne Zusätze gibt.
  • Eigene Mahlzeiten: Wenn Essen selber vorbereitet wird, weiß man immer, was drinnen ist.
  • Alternative Süße: Anstatt raffinierten Zucker zu verwenden, können Sie alternative Süße verwenden. Süßstoffe wie Stevia, Honig oder Ahornsirup bieten eine gesündere Alternative zu dem weißen Industriezucker.

Fazit:

Der Zusammenhang zwischen Zucker und ADHS ist bei heutigem Wissensstand ein verbreiteter Irrtum. Trotzdem sollte Zucker nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es ist Tatsache, dass Süßigkeiten und Zucker, viele Krankheiten auslösen können.

Egal ob im Kinder- oder Erwachsenen alter, die Zucker menge, die durch die Ernährung zu sich genommen wird, sollte so gering wie möglich gehalten werden.

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