ADHS Stoffwechselstörung: Ein Einblick

ADHS Stoffwechselstörung
© radachynskyi, Adobe Stock

ADHS, oder auch Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung genannt, ist ein Thema von großer Bedeutung und ständiger Forschung in der medizinischen Welt. In diesem Beitrag werden wir uns auf einen spezifischen Aspekt konzentrieren: die neurobiologische Stoffwechselstörung im Frontalhirnbereich.

Die Grundlagen von ADHS

ADHS ist weithin bekannt als eine Störung, die sich auf die Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität auswirkt. Jedoch wissen viele nicht, dass es sich dabei um eine neurobiologische Stoffwechselstörung im Frontalhirnbereich handelt. Das Frontalhirn ist für die Regulation von Aufmerksamkeit, Emotionen und Impulsen verantwortlich, und eine Dysregulation in diesem Bereich kann zu den charakteristischen Symptomen von ADHS führen.

Neurobiologie des Frontalhirnbereichs bei ADHS

1. Neurotransmitter-Ungleichgewicht

Ein Faktor bei ADHS ist das Ungleichgewicht von Neurotransmittern im Frontalhirnbereich. Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die die Kommunikation zwischen den Nervenzellen ermöglichen. Grundsätzlich ist bei ADHS Betroffenen das Gleichgewicht dieser Botenstoffe gestört, insbesondere Dopamin und Noradrenalin. Diese Ungleichgewichte können zu Schwierigkeiten bei der Konzentration, Impulskontrolle und emotionalen Regulation führen.

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Studien:

  • Biederman, J., Spencer, T., & Wilens, T. (2004). Evidence-based pharmacotherapy for attention-deficit hyperactivity disorder. International Journal of Neuropsychopharmacology, 7(1), 77-97.
  • Volkow, N. D., Wang, G., Newcorn, J., & Telang, F. (2011). Depressed dopamine activity in caudate and preliminary evidence of limbic involvement in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder. Archives of General Psychiatry, 68(3), 220-229.

2. Strukturelle Unterschiede

Studien haben auch strukturelle Unterschiede im Frontalhirnbereich von Menschen mit ADHS aufgezeigt. Diese Unterschiede können die Funktionsweise des Gehirns beeinflussen und zu den beobachteten Verhaltensweisen beitragen. Eine genauere Untersuchung dieser strukturellen Unterschiede könnte zu einem besseren Verständnis der Ursachen von ADHS führen.

Studien:

  • Shaw, P., Eckstrand, K., Sharp, W., Blumenthal, J., Lerch, J. P., Greenstein, D., … & Rapoport, J. L. (2007). Attention-deficit/hyperactivity disorder is characterized by a delay in cortical maturation. Proceedings of the National Academy of Sciences, 104(49), 19649-19654.
  • Proal, E., Reiss, P. T., Klein, R. G., & Mannuzza, S. (2011). Brain gray matter deficits at 33-year follow-up in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder established in childhood. Archives of General Psychiatry, 68(11), 1122-1134.

3. Genetische Faktoren

Genetische Faktoren können ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von ADHS spielen. Studien haben gezeigt, dass bestimmte genetische Varianten mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von ADHS verbunden sein können. Diese genetischen Faktoren können die Funktionsweise des Frontalhirnbereichs beeinflussen und so zur Entstehung der Störung beitragen.

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Studien:

  • Faraone, S. V., Perlis, R. H., Doyle, A. E., Smoller, J. W., Goralnick, J. J., Holmgren, M. A., & Sklar, P. (2005). Molecular genetics of attention-deficit/hyperactivity disorder. Biological Psychiatry, 57(11), 1313-1323.
  • Franke, B., Neale, B. M., & Faraone, S. V. (2009). Genome-wide association studies in ADHD. Human Genetics, 126(1), 13-50.

Fazit:

Insgesamt ist ADHS eine komplexe Störung, die durch eine neurobiologische Stoffwechselstörung im Frontalhirnbereich verursacht wird. Das Verständnis der zugrunde liegenden neurobiologischen Grundlagen ist entscheidend für die Entwicklung effektiver Diagnose- und Behandlungsstrategien. Während Medikamente eine wichtige Rolle spielen können, ist die Kombination mit anderen Verhaltenstherapien und unterstützenden Maßnahmen entscheidend. Die richtige Unterstützung im Kindesalter oder Erwachsenenalter ist hier sehr wichtig.

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