ADHS und Schilddrüse: Ein Zusammenhang?

ADHS-Schilddruese
© Siam, Adobe Stock

Die Verbindung zwischen ADHS und der Schilddrüse ist ein Thema, das in der medizinischen Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Besonders interessant ist, dass das Risiko für ADHS bei Kindern erhöht sein kann, wenn die Mutter vor oder während der Schwangerschaft an einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) litt.

Die Schilddrüse und ihre Rolle

Die Schilddrüse spielt eine entscheidende Rolle im menschlichen Körper, insbesondere in Bezug auf die Regulation des Stoffwechsels und die Kontrolle des Energieverbrauchs. Schilddrüsenhormone wie Thyroxin und Triiodthyronin beeinflussen eine Vielzahl von physiologischen Prozessen, darunter auch die Entwicklung des Gehirns. Eine Unterfunktion verlangsamt auch den Stoffwechsel, was Übergewicht verursachen kann.

ADHS und die Schilddrüsenfunktion

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, ist zeigt sich meistens durch Aufmerksamkeitsprobleme, Hyperaktivität und Impulsivität auszeichnet. Obwohl die genauen Ursachen von ADHS noch nicht vollständig verstanden sind, wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, neurobiologischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.

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Die Studie von Peltier et al. (2021) liefert interessante Einblicke in den Zusammenhang zwischen der Schilddrüsenfehlfunktion von Müttern und dem Risiko von ADHS bei ihren Kindern. Eine Hypothyreose bei der Mutter, sei es vor oder während der Schwangerschaft, erhöhte signifikant das Risiko für die Entwicklung von ADHS beim Nachwuchs. Dies legt nahe, dass die Schilddrüsenfunktion der Mutter eine wichtige Rolle für die neurologische Entwicklung des Kindes spielen könnte.

Die Studie umfasste insgesamt 329.157 Kinder, von denen 16.696 mit ADHS diagnostiziert wurden. Besonders signifikant war dieser Zusammenhang bei Frühgeborenen, Jungen und hispanischen Kindern. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung einer angemessenen pränatalen Gesundheitsversorgung und Überwachung der Schilddrüsenfunktion von Müttern, um potenzielle Risiken für die neurologische Entwicklung ihrer Kinder zu minimieren.

Quelle:

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0040-1717073

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Vorsorge und Therapieoptionen

Die Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen kann je nach Diagnose und Schweregrad variieren. Bei einer Hypothyreose kann die Gabe von synthetischem Thyroxin zur Normalisierung der Hormonspiegel im Allgemeinen sehr wirksam sein. Es ist jedoch wichtig, dass schwangere Frauen oder Frauen, die eine Schwangerschaft planen, eng mit ihren Ärzten zusammenarbeiten, um eine angemessene Schilddrüsenfunktion sicherzustellen.

Fazit:

Die Forschung zwischen ADHS und der Schilddrüse wirft wichtige Fragen auf und verdeutlicht die komplexe Interaktion zwischen genetischen, neurobiologischen und Umweltfaktoren bei der Entstehung von Entwicklungsstörungen. Wenn sie sich vor oder während einer Schwangerschaft befinden, kann eine Überprüfung der Schilddrüse sicher nicht schaden.

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