ADHS Hyperfokus: Alles was Sie darüber wissen müssen

ADHS Hyperfokus
© Robert Kneschke, Adobe Stock

Bei ADHS handelt es sich um eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. In den meisten Fällen mit einer Hyperaktivität, die beim Lernen bzw. Arbeiten bei Erwachsenen nicht sehr hilfreich. Doch in einigen Fällen ist die Hyperaktivität anders. Es handelt sich hier um den Hyperfokus. Doch was ist der Hyperfokus überhaupt und was sollte man darüber noch wissen, das klären wir jetzt in diesem Beitrag.

Was ist der Hyperfokus bei ADHS?

Der Hyperfokus bezieht sich auf die Fähigkeit im Kinder oder Erwachsenenalter mit ADHS, die Aufmerksamkeit und Konzentration auf ein bestimmtes Thema zu lenken. Dieser Fokus kann mehrere Stunden oder Tage andauern. Wenn eine Person mit einer Hyperfokussierung arbeitet, vergisst sie alles andere um sie herum und kann völlig in ihre Arbeit versunken sein. Es ermöglicht der Person, die volle Kraft ihrer Konzentration auf die Aufgabe zu richten, ohne Ablenkungen oder Unterbrechungen.

Der Hyperfokus hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen für diejenigen mit ADHS. Die Fähigkeit, effizient an langwierigen Aufgaben zu arbeiten, kann für Menschen mit ADHS extrem hilfreich sein. Sie sind in der Lage, tiefe Einsichten in die jeweilige Sache zu erhalten und großartige Ergebnisse zu liefern. Darüber hinaus können Betroffene problemlos lange Zeiträume ohne Pausen verbringen und somit überdurchschnittliche Leistungsergebnisse erzielen. Etwas, das ohne Hyperfokussieren schwer machbar ist.

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Ist der Hyperfokus gefährlich?

Der Zustand bei einem Hyperfokus ist bei jeder Person unterschiedlich. So ist er bei manchen Betroffenen von ADHS besonders stark ausgeprägt, wogegen andere nur eine sehr leichte Hyperfokussierung haben.

Der Hyperfokus kann somit auch Risiken zeigen: Er erzeugt oft so viel Intensität und Konzentration, dass es ungewollte Nebeneffekte haben kann. Unser Gehirn auch mal Pause. So kann es für betroffene zu intensiv sein, dass zu einer Überlastung führen kann und langfristig einen Burnout verursachen kann.

Des Weiteren wird bei diesem „Flow Zustand“ alles um einen herum vergessen oder verdrängt. Dazu gehört auch das Vergessen von Mahlzeiten sowie Toilettengängen. Im Grunde ist in der Hyperfokussierung alles außer dem bearbeiteten Thema egal. Gerade andere wichtige Verpflichtungen, wie z. B. Termine können auch hier verpasst werden.

Hyperfokus aktivieren: Ist das möglich?

Um den Hyperfokus bei einem aktivieren zu können, müssen ein paar Bedingungen vorliegen.

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  1. Persönliche Relevanz: Die Aufgabe oder das Projekt muss für Sie eine wichtige Bedeutung haben. Am besten ist es, ein positives Gefühl mit der Tätigkeit zu verbinden. Es sollte auch ohne Zwang von außenstehenden, sondern von Ihnen aus wichtig sein.
  2. Neues Thema: Ein Bereich oder eine Aufgabe, die man bereits kann, ist für einen nicht wichtig. Wenn es aber etwas ist, das noch nicht erlernt wurde, ist die Chance höher den Hyperfokus zu aktivieren.
  3. Eine Herausforderung: Die Aufgabe sollte möglich sein und trotzdem nicht zu leicht sein. Nur durch das lernen und beschäftigen sollte die Herausforderung erst möglich zu lösen sein.
  4. Kreativität: Auch die Kreativität spielt eine wichtige Rolle. Ein Bild, eine Mindmap oder eine Geschichte zu dem Thema kann einen stärker mit dem Thema beschäftigen.
  5. Sie sind der Boss: Sie bestimmen über das Thema bzw. das Projekt und geben das Tempo vor. Somit sind sie noch stärker mit dem Interesse verbunden.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Phänomen der Hyperfokussierung für Menschen mit ADHS sowohl ein Segen als auch ein Fluch sein kann. Einerseits kann die intensive Konzentration zu überdurchschnittlichen Ergebnissen, verbesserter Effizienz und tieferen Einsichten für eine bestimmte Aufgabe führen. Andererseits kann es auch zu einer Überlastung führen, wenn zu viel Intensität erzeugt wird.

Haben Sie Erfahrungen mit dem Hyperfokus? Dann schreiben Sie uns gerne Ihre Ausführungen dazu.

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